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TV Willstätt ist aus der Spur

Der TV Willstätt ist in der Handball-BW-Oberliga aus der Spur.

Gegen den TV Plochingen­ kassierten die Schützlinge von Trainer Marcus Simowski am Sonntag in der Hanauer­landhalle eine 30:32 (16:17)-Niederlage – die dritte Pleite in Folge.

Schwache und zu statische Abwehr, wenig Lösungen im Angriff – der TV Willstätt hat sich gestern in der Hanauerlandhalle einigen Kredit verspielt. Dazu kam noch ein schwaches Schiedsrichtergespann, bei dem »Stürmerfoul« wohl ein Fremdwort war. Sehr zum Nachteil der Hausherren, bei denen in der Schlussphase Luca Halmagyi wegen eines Remplers die Rote Karte sah, auf der anderen Seite wurden grobe Foulspiele gegen Kristian Eskericic in Halbzeit eins und Marco Schlampp im zweiten Durchgang nur mit Zeitstrafen geahndet. Die Willstätter Volksseele kochte.

Doch waren die Schiedsrichter sicher nicht für die Heimniederlage des TVW verantwortlich. Denn schon in der Anfangsphase hatten die Gastgeber erhebliche Probleme mit den kleinen und wendigen Angreifern der Plochinger, die immer wieder Lücken in der zu unbeweglichen Willstätter Abwehr fanden oder mit tief angesetzten Würfen aus dem Rückraum erfolgreich waren. Zeitweise führte das Team von Trainer Daniel Brack mit vier Toren.

Erst in der Endphase des ersten Durchgangs hatten sich die Willstätter besser auf das schnelle Angriffsspiel eingestellt und kamen zur Pause bis auf ein Tor heran. Der inzwischen für Gunther Zölle­ eingewechselte Rafal Grzybowski parierte in der 28. Minute einen Siebenmeter und reagierte auch bei einer freien Chance prächtig – er brachte die Hausherren ins Spiel zurück.

In Durchgang zwei setzten sich die Gäste kurzzeitig ab (18:20/35.), doch dann schien sich das Blatt zu wenden: In der 37. Minute glichen die Gastgeber zum 20:20 aus und waren nach 40 Minuten erstmals mit zwei Toren vorn (23:21).

Führung gibt keine Sicherheit

Doch diese Führung gab der Simowski-Sieben keine Sicherheit, auch wenn Grzybowski mehrere schwere Bälle parierte. Im Gegenteil: Im Angriff wurde teilweise vogelwild gespielt gegen eine offensive 4:2-Deckung. Das brachte den TVW ins Zeitspiel oder es unterliefen zahlreiche technische Fehler, die mit schnellen Kontern bestraft wurden. Die Gäste setzten sich innerhalb von fünf Minuten auf 26:30 (55.) ab. In der Schlussphase und dazu noch bei einem Rückstand wäre eine offensive Deckungsvariante aufseiten der Willstätter wohl angebracht gewesen. Der TV Plochingen brachte die Führung gut über die Zeit.

»Wir haben uns vorgenommen, emotional ins Spiel reinzugehen und über schnelles Spiel Vorteile zu generieren. Beides ist uns geglückt. Ich bin extrem mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden«, freute sich Gäste-Coach Daniel Brack. Enttäuscht war sein Kollege Marcus Simowski, weil die kleine Negativserie seine Fortsetzung gefunden hat. »Was den Willen angeht, kann ich der Mannschaft nicht viel vorwerfen. Allerdings haben wir nach der Zwei-Tore-Führung zu viele Fehler im Angriff  produziert und die Deckungsarbeit ließ stark nach. In dieser Phase hätten wir das Spiel für uns entscheiden können.«

TV Willstätt – TV Plochingen 30:32 (16:17)

TV Willstätt: Rafal Grzybowski, Gunther Zölle, Markus SimowskiKristian Eskericic (8/5), Ben Veith, Dane Markovic, Radoslaw Jankowski (2), Marco Schlampp (10) – Alexander Hoyer, Régis Matzinger, Lukas Veith, Dinko Dodig (4), Florian Fessler (3) – Andy-Luchian Halmagyi-Filip, Christian Skusa (3); Trainer: Markus Simowski

TV Plochingen: Marius Nagel, Kay Siemer, Marvin Fuß (2), Henrick Bischof (5), Julian Maier, Dominik Werbitzky (3), Christopher Weiß (2), Felix Zeiler (1), Marcel Rieger (12/6), Markus Petershans (2), Sebastian Clement, Philipp Gollmer, Johannes Hablizel (5); Trainer: Daniel Brack

Schiedsrichter: Dennis Müller (TSV Dettingen/Erms), Christof Seeger (TSV Dettingen/Erms)

Zuschauer: 600

Gelb: Kristian Eskericic (10.) (4:39), Christian Skusa (5.) (6:41), Andy-Luchian Halmagyi-Filip (10.) (14:06), Markus Simowski (3.) (22:18) / Marvin Fuß (3.) (10:39), Henrick Bischof (2.) (18:51)

Rot Disqualifikation: Andy-Luchian Halmagyi-Filip (57:09) / –

Strafminuten: 12:8

2 Minuten: Kristian Eskericic (5:49), Régis Matzinger (18:34), Christian Skusa (21:38), Andy-Luchian Halmagyi-Filip (38:09), Kristian Eskericic (43:07), Andy-Luchian Halmagyi-Filip (49:45) / Philipp Gollmer (26:54), Johannes Hablizel (29:30), Philipp Gollmer (33:48), Johannes Hablizel (60:00)

Vergebener Siebenmeter: – / Marcel Rieger